Olympus MMF-1 vs. noname FT-MFT Adapter

Reicht ein noname FT-MFT Adapter aus China, um Four Thirds Objektive an Micro Four Thirds Kameras zu benutzen, oder sollte auf einen original Olympus 4/3-m4/3 Adapter (MMF-1) zurückgegriffen werden? Ist der fünffache Preis des Originals gegenüber der Kopie gerechtfertigt?

Von diesem Vergleichstest gibt es auch eine Videoversion bei Youtube.

Four Thirds Objektive an Micro Four Thirds Kameras

Bei der Entwicklung des Micro Four Thirds Standards wurde auf Kompatibilität zum Vorgänger geachtet. Die beiden unterscheiden sich im Wesentlichen durch ein kleineres Auflagenmaß und ein einen kleineren Durchmesser. Somit ist es mit dem richtigen Adapter möglich, dass FT Objektive an MFT Kameras ihren vollen Funktionsumfang behalten. Dies bedeutet, dass automatische Blendeneinstellung und Autofokus weiterhin funktionieren. Dazu ist es jedoch nötig, dass der Adapter einen elektronischen Kontakt zwischen Objektiv und Kamera herstellt.

Links noname FT-MFT Adapter, rechts Olympus MMF-1
Links noname FT-MFT Adapter, rechts Olympus MMF-1

Olympus MMF-1

Der Olympus MMF-1 verfügt beidseitig über ein Metallbajonett, das Gehäuse ist jedoch aus Plastik. Er hat ein Gewicht von 83g. Sein Äußeres ist silbern, innen verfügt er über eine schwarze gummiähnliche Beschichtung, zur Vermeidung von Reflexionen.

Weiter gibt es von Olympus noch den MMF-2 und den MMF-3. Der MMF-2 ist vollständig aus Plastik und entsprechend leichter als der MMF-1. Der MMF-3 entspricht den MMF-1 ist jedoch gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

Noname FT-MFT Adapter

Dieser Adapter lässt sich über eBay aus China bestellen. Er ist wirklich noname, denn er enthält keinen Markennamen, der Aufdruck lautet nur „Electronic Lens Adapter 43-m43“. Er kostet nur ca. ein Fünftel des Preises des Olympus MMF-1. Der FT-MFT Adapter aus China besteht (bis auf die Kontakte selbstverständlich) vollständig aus Plastik. Dafür wiegt er lediglich 42g. Er ist außen und innen schwarz, allerdings fehlt ihm die Antireflexionsbeschichtung, welche der MMF-1 aufweist. Tatsächlich reflektiert das Innere auch stärker als beim MMF-1. Theoretisch kann es hierdurch zu einer Verschlechterung des Kontrasts und dem Auftreten von Überstrahlungen kommen.
Im Gegensatz zum MMF-1 verfügt er über einen eigenen Stativanschluss. Was zunächst nach einem Vorteil aussieht, verwandelt sich jedoch je nach Kamera zu einem Nachteil. An der OM-D E-M10 (ohne zusätzlichen Griff) ragt der Stativanschluss des FT-MFT Adapters über den Kameraboden hinaus, sodass sich größere Wechselplatten nicht mehr an der Kamera selbst befestigen lassen. Der FT-MFT Adapter zwingt also dazu, den Stativanschluss am Adapter anstatt an der Kamera zu verwenden.

Links noname FT-MFT Adapter, rechts Olympus MMF-1
Links noname FT-MFT Adapter, rechts Olympus MMF-1

Autofokus der 4/3 – m4/3 Adapter im Vergleich

Theoretisch kann es durch schlechte Kontakte am FT-MFT Adapter zu kleinen Kommunikationsfehlern zwischen Objektiv und Kamera kommen, was zu einem langsameren Autofokus führen würde. Mir fehlen die technischen Mittel die Autofokusgeschwindigkeit akkurat auf Hundertstelsekunden genau zu messen, aber im normalen Praxistest ist kein Unterschied in der Autofokusgeschwindigkeit der beiden Adapter zu bemerken.

Bildqualität des MMF-1 und des noname FT Adapters im Vergleich

Es gibt drei Gründe, welche dazu führen könnten, dass der noname FT-MFT Adapter die Bildqualität verschlechtert. Erstens das Fehlen der Antireflexionsbeschichtung im inneren, zweitens ein falsches Auflagenmaß bzw. ein schief sitzendes Objektiv und drittens „undichte Stellen“, welche Streulicht einlassen.
Ich habe mehrere Testbilder mit einem Zuiko 14 – 42mm gemacht und konnte keinen Unterschied in der Bildqualität feststellen. Um Probleme mit Streulicht zu testen, habe ich bei einigen Fotos den Adapter seitlich mit einer ca. 3 – 4 cm entfernten, sehr hellen Tageslichtlampe angestrahlt. Bei keinem der beiden FT-MFT Adapter kam es zu einer Verschlechterung der Bildqualität.
Ich spare es mir, die Vergleichsbilder hier einzustellen, da einfach keine Differenzen zu sehen sind.

Die noname Adapter zeigt leichte Reflexionen (links), der MMF-1 ist durch die Beschichtung frei davon.
Die noname Adapter zeigt leichte Reflexionen (links), der MMF-1 ist durch die Beschichtung frei davon.

Fazit:Kann ein noname FT-MFT Adapter den original Olympus MMF-1 Adapter ersetzen?

Mein Fazit fällt zweigeteilt aus: Es hängt davon ab, welche Four Thirds Objektive adaptiert werden sollen. Wer ein hervorragendes (und teures!) Zuiko Pro (wie das Zuiko Digital 50-200mm 1:2.8-3.5 SWD oder gar Top Pro (wie das Zuiko Digital ED 150mm F2,0) verwendet, sollte nicht am falschen Ende sparen und den original Olympus Adapter benutzen, da die Verarbeitungsqualität einfach besser ist. Ich empfehle aber, dann direkt den MMF-3 zu nehmen. Dieser ist nur unwesentlich teurer als der MMF-1, verfügt aber über einen Staub- und Spritzwasserschutz.
Anders verhält es sich, wenn ein altes Zuikoobjektiv als günstige Alternative zu den neueren MFT Objektiven dient. (Z. B. das Zuiko Digital 35 mm f3.5 Macro) In diesem Fall ist der noname FT-MFT Adapter völlig ausreichend, da sich in der Praxis keine Unterschiede zeigen. Der fünffache Preis der Originaladapter, welcher dann mitunter mehr kostet als das Objektiv, sind hier einfach nicht gerechtfertigt.

Der noname FT-MFT Adapter erhält von mir daher eine Empfehlung. Die Leistung und Verarbeitung sind für den günstigen Preis völlig in Ordnung, einzig die fehlende Antireflexionsbeschichtung stellt ein ernsthaftes Manko dar.

Den MMF-1 kann ich nicht empfehlen. Wird er isoliert betrachtet, gibt es an ihm nichts auszusetzen. Aber nach unten hin rechtfertigt die bessere Verarbeitung nicht den fünffachen Preis gegenüber der Kopie und nach oben hin bietet der MMF-3 für nahezu den gleichen Preis einen Staub- und Spritzwasserschutz.

Den noname FT-MFT Adapter gibt für ca. 32 € neu bei eBay.

Den MMF-1 gibt es neu bei Amazon oder gebraucht bei eBay.

Den MMF-3 würde ich, um sicher zu gehen, dass der Staub- und Spritzwasserschutz nicht beshädigt wurde, nur neu kaufen.

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